Der Seelenordner

Der Seelenordner ist der Mensch selbst: das Ich. Er geht davon aus, daß er sich in seiner Seele am besten selbst auskennt. Ihm ist klar, dass Kräfte in seiner Seele vorhanden sind. die ihm stets den Blick für die eigene Wahrheit verstellen und wenn er wie bisher diesen Doppelgängerkräften, oder Schattenkräften (C.G.Jung) folgt, er in einer ständigen Lüge mit sich selbst lebt. Diese Kräfte sind die "Schönfärber" und die „Verhinderer” des Idealischen Menschen (Schiller) in ihm.

 

Der Seelenordner ist so zuerst ein Erkennender und dann aus der eigenen Wahrheit heraus Handelnder. Er braucht dazu Mut, der z.B. aus der Einsicht entstehen kann: "Wieso mache ich mir immer was vor, ich kann doch vor mir selbst niemals weglaufen. Außerdem bindet das Aufrechterhalten und nach außen verteidigen (=Egoismus) enorme seelische Kräfte: Wer lügt muß ein gutes Gedächtnis haben; und: Ich muß rechthaben, sonst werde ich in der Leistungsgesellschaft nicht anerkannt (=Ehrgeiz). Diese Kräfte könnte ich doch besser zum Ordnen und zum Ordnung halten in der Seele verwenden."

 

So kann dem Seelenordner zu Beginn seiner ordnenden Tätigkeit immer wieder einmal Angst werden vor dieser „Doppelgänger-Wand” (R. Steiner): Was ist dahinter, wenn ich dahin schaue, muß ich etwas ändern und ich weiß gar nicht wie dieser Weg dann geht, was mein Partner sagt, ob ich ihn wohl möglich verliere, ob ich plötzlich neue Anforderungen an mein Leben stelle usw.. Letztlich, ja besonders in Krankheiten wird er sich sagen: Alles zaudern wird mir nichts nützen!

 

Und nun kann sein Selbstschöpfungsprozeß beginnen. Der Seelenordner wird Freiheit empfinden beim Ablegen alter, unwahrer Eigenheiten. Lange wird sich dies nur ihm alleine bemerkbar bleiben, aber bald kann es sinnvoll sein, seinen Partner teilhaben zu lassen. Aus dem Freiheitsgefühl wird er Freude empfinden: Freude über den eigenen Schatten zu springen. Und das kann dann zum Lebenshobby werden.

 

  

Auf dem Weg zu dieser wahren Selbstliebe, der Liebe zu seinem Selbst, kann der Ordnende in seiner Seele sich als das „Ich-bin” erleben.

 

Da beginnt sich nun das Umfeld, die Beziehungen mit anderen Menschen zu verändern: Das Leben wird schöner, die Empfindungen der Seele tiefer, die Gespräche anders, die Partnerliebe erfüllter: „Du hast dich aber verändert, bist seelisch viel jünger geworden, es ist auch nicht mehr so ein Krampf an dich wirklich heran zu kommen” usw.. Und erstaunlich: "Ich ändere mich und mit mir meine kleine Welt und irgendwann vielleicht durch meine kleine Welt die große Welt" Der Systemischen Therapie z.B. Hellinger ist das schon lange klar, aber hier ist das Wissen noch nicht das Tun; und in der Salutogenese entsteht hier das begründete Kohärenzgefühl:

 

  1. Die Welt ist verstehbar.
  2. Ich gewinne neues Vertrauen in meine Fähigkeiten und bin Handelnder in der Welt.
  3. Ich entwickele ein Gefühl für die Sinnhaftigkeit meiner Existenz und der Welt.

 

Die Arbeit

 

Aus der Einsicht, daß ich alles selbst bin, der in meinem seelischen Wirken lebt, kann ich nun beginnen, umzugestalten, was mir Wert ist, daß es neu werde. Ich nehme Verantwortung für mich wahr, weil ich weiß, daß ich mir selbst nach dem Tode antworten muß und will. Es ist daher diese Ver-antwort-ung eine Brücke zu meiner eigenen Wahrheit, sie bringt die rechte Achtsamkeit hervor.

 

z.B. meine Antwort auf das "Münsteraner Memorandum Heilpraktiker"...

GUNTHER HULLMANN


In meiner Praxis wird die Patientenarbeit durch Vorträge, Biografie-Seminare und den „Seelenordner“, einer Gesprächs- und Übungstherapie auf der Grundlage des anthroposophischen 
Erkenntnisweges, ergänzt. 

 

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